Published October 1, 2025 | Version v1
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Christiana Mariana von Ziegler: Moralische und vermischte Send-Schreiben. An einige Ihrer vertrauten und guten Freunde gestellet. Leipzig, bey Joh. Friedrich Brauns sel. Erben (VD18 14779447-001).

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Description

From the perspective of European Enlightenment feminism, this is Ziegler's most important collection. In the programmatic preface, the author situates the one hundred essayistic letters—addressed to anonymous male and female recipients—within the tradition of French moralist epistolary writing, particularly that of Anne-Thérèse de Lambert (most notably the Lettres sur la véritable éducation, Amsterdam 1729). The letters are thematically closely aligned with Johann Christoph Gottsched's journal Die vernünfftigen Tadlerinnen (1725/26), in which Ziegler herself contributed under various pseudonyms.

Across the collection, Ziegler adopts the role of advisor and confidante, as well as social, linguistic, and cultural critic. The letters address topics traditionally coded as feminine: education, marriage, but also aesthetic and social debates, such as the status of opera, where she openly challenges Gottsched's views. Some letters also reflect a distinctly female adaptation of the contemporary cult of friendship.

Despite their thematic variety, the letters revolve around a central concern: women's enlightenment through study and reading. As a perceptive observer of the pan-European Querelle des femmes, Ziegler kept abreast of the latest natural-law debates on gender equality, especially as they were conducted within Gottsched's circle. For her, women's education was a rational and useful goal, one that could be harmonized with both the ideals of marriage and the Protestant bourgeois ethos of work.

Abstract (German)

Bei den Sendschreiben handelt es sich v. a. mit Blick auf den europäischen Aufklärungsfeminismus um die wichtigste Sammlung Zieglers. Die hundert an weibliche wie männliche, anonyme Adressat:innen gerichteten essayistischen Briefe stellt die Autorin im programmatischen Vorwort in die Tradition der französischen moralistischen Briefessayistik, v. a. der Anne-Thérèse de Lambert (gemeint sind u. a. die Lettres sur la veritable education, Amsterdam 1729). Inhaltlich stehen sie in enger Verbindung mit den Themen von Gottscheds Zeitschrift Die vernünfftigen Tadlerinnen (1725/26), in der Ziegler unter verschiedenen Pseudonymen selbst publizierte. 

In den einzelnen Briefen tritt Ziegler als Ratgeberin und Vertraute, als Gesellschafts-, Sprach- und Kunstkritikerin auf. Im Zentrum stehen traditionell weiblich konnotierte Themen: Erziehung, Ehe, aber auch ästhetische und gesellschaftliche Fragen, z. B. zur Oper, bei deren Bewertung sie Gottsched widerspricht. In einigen Briefen manifestiert sich eine weibliche Spielart des zeitgenössischen Freundschaftskults. 

Trotz der inhaltlichen Vielfalt lässt sich ein thematischer Dreh- und Angelpunkt der Send-Schreiben bestimmen: Die meisten Briefe haben direkt oder indirekt mit Fragen der weiblichen Aufklärung durch Studium und Lektüre zu tun. Als aufmerksame Beobachterin der gesamteuropäischen Querelle des femmes war Ziegler auf dem neuesten Stand naturrechtlicher Diskussionen um die Gleichwertigkeit der Geschlechter, wie sie im Gottsched-Kreis geführt wurden. Weibliche Bildung bleibt für sie ein nützliches und vernünftiges Ziel, das sich gut mit Ehevorstellungen und Arbeitsethos des protestantischen Bürgertums verbinden ließ.

Technical info (German)

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Deutsche Forschungsgemeinschaft
Aufklärungsfeminismus und Kulturtransfer Christiana Mariana von Ziegler: Kommentierte Werkausgabe 535766518

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